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27.03.2018

Schöffenwahl: Schöffentag Hamburg 2018

Großer Andrang im Hanseatischen Oberlandesgericht!

Unter dem Motto „Begegnen | Beraten | Entscheiden“ fand am vergangenen Samstag, dem 24. März im Hanseatischen Oberlandesgericht der Schöffentag Hamburg 2018 statt. Über einhundert am Schöffenamt Interessierte Bürgerinnen und Bürger, sowie amtierende Schöffinnen und Schöffen sind der Einladung des Schöffenverbandes Nord gefolgt und lauschten aufmerksam den Referentinnen und Referenten im prachtvollen Plenarsaal des HOLGs.

Nach der Begrüßung und den einleitenden Worten durch die erste Vorsitzende des Schöffenverbandes, Frau Petra Pinnow, ließ es sich der Vizepräsident Dr. Guido Christensen, als Hausherr des Hanseatischen Oberlandesgerichts nicht nehmen, alle Anwesende in seinem Haus herzlich willkommen zu heißen. Er wies in seiner Ansprache auf die wichtige und verantwortungsvolle Rolle der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter hin.

Die rechtspolitische Bedeutung dieses Ehrenamtes brachte Herr Urs Tabbert, justizpolitischer Sprecher der SPD Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, in seinem Vortrag zum Ausdruck. Das bürgerschaftliche Engagement in der Rechtsprechung ist einer der Grundpfeiler unserer Demokratie.

In seiner im essayistischen Stil gehalten Rede, ging der ehemalige Bundesrichter am Verwaltungsgericht, Herr Prof. Dr. Dr. Jörg Berkemann auf die historisch gewachsene Rolle der ehrenamtlichen Strafrichter ein. Von der ersten Erwähnung durch den bedeutenden römischen Historiker Tacitus, über die etymologische Herkunft des Begriffes des „Schöffen“ bis hin zur heutigen Rolle der Laienrichter, zog der Hochschullehrer die Zuhörer in seinen Bann.

Mit Frau Ulrike Schönfelder, Vorsitzende Richterin einer kleinen Strafkammer am Landgericht Hamburg, befand sich eine leidenschaftliche Verfechterin des Schöffenamtes unter den Vortragenden. Durch ihre praktischen Bespiele aus ihrem Berufsalltag als Richterin und ihrer kollegialen Zusammenarbeit mit Schöffen konnte Frau Schönfelder eindrucksvoll schildern, wie wichtig die Aufgabe der Schöffinnen und Schöffen ist. Sie wirken nicht nur gleichberechtigt bei der Urteilsfindung mit, sondern haben auch durch ihr Fragerecht die Möglichkeit in der Hauptverhandlung zur Wahrheitsfindung beizutragen.

Wie genau die Schöffinnen und Schöffen gewählt werden, konnten Frau Kathrin Harden und Herr Dennis Voß vom Bezirksamt Altona bzw. Bezirksamt Wandsbek sehr genau erläutern. Beide sind in ihren jeweiligen Bezirken dafür verantwortlich die Schöffenwahlen zu koordinieren und die Wahllisten an die entsprechenden Gremien der Bezirksversammlungen weiterzuleiten. Dabei müssen immer bestimmte Fristen eingehalten werden. So endet in Hamburg zum Beispiel die Bewerbungsfrist für das Schöffenamt am 31. März, die für die ehrenamtlichen Verwaltungsrichter erst Ende April 2018.

In der sich anschließenden offenen und lebhaften Fragerunde konnten sich die interessierten Bürgerinnen und Bürger noch weitere Informationen von den Referentinnen und Referenten einholen. Zum Beispiel, wie es mit der Kinderbetreuung während der Schöffentätigkeit aussieht oder welche Voraussetzungen und Qualifikationen es bedarf, um überhaupt zur Schöffin oder zum Schöffen gewählt werden zu können. Die Möglichkeit der Nachfrage wurde sehr rege wahrgenommen.

Die erste Vorsitzende Petra Pinnow bedankte sich bei allen Anwesenden für das große Interesse und wies nochmals darauf hin, dass es der Schöffenverband als eine seiner zentralen Aufgaben sieht, durch die Angebote der Fort- und Weiterbildungen die Schöffinnen und Schöffen in ihrem Ehrenamt als gleichberechtigte Richterinnen und Richter zu unterstützen und ihre Stellung innerhalb der Rechtsprechung zu stärken. Für die neuen Schöffen werden im kommenden Jahr noch zusätzliche Informationsveranstaltungen mit der Unterstützung von Kooperationspartnern angeboten.

Aktuelle Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen können wie immer der Website www.schoeffen-nord.de entnommen werden. (RM)



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